Deutsche Umwelthilfe moderiert Dialogprozess zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk Heimbach

Stadtwerke Mainz engagieren Umweltorganisation, um Naturschutzver- bände und Öffentlichkeit frühzeitig in Planungsprozess für Pumpspei- cherkraftwerk am Mittelrhein einzubeziehen – Stadtwerkevorstand Detlev Höhne: „Haben aus Konflikt um Kohlekraftwerk gelernt“ – DUH-Bundes- geschäftsführer Rainer Baake: „Stromspeicher sind zentraler Baustein der Energiewende, aber jeder Standort muss sorgfältig geprüft werden“

Mainz, 31. August 2011: Die Stadtwerke Mainz wollen bei der Planung ihres Pump- speicherkraftwerks Heimbach am Mittelrhein interessierte Verbände und betroffene Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbeziehen. Dabei setzen sie auch auf Unterstüt- zung von außen. Deshalb wurde die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gebeten, in den kommenden Monaten einen ergebnisoffenen Dialogprozess mit dem Ziel zu organi- sieren, alle kritischen Aspekte der Errichtung des Speicherkraftwerks zu analysieren und Anregungen von Verbänden und betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in den Planungsprozess einzubringen.

Nach einem ersten konstruktiv-kritischen Meinungsaustausch mit rund 25 Vertretern aus Umwelt-, Naturschutzverbänden und Bürgerinitiativen am gestrigen Abend (30. August), stellten Stadtwerke und DUH das Dialogprojekt heute in Mainz erstmals der Presse vor. Anlässlich der Veranstaltung am Vorabend hatten die Teilnehmerin- nen und Teilnehmer die Stadtwerke Mainz aufgefordert, für die Standortwahl des ge- planten Pumpspeicherkraftwerks Heimbach eine nachvollziehbare und plausible Be- gründung zu benennen. Die Stadtwerke müssten außerdem darauf verzichten, für die Dauer des Dialogprozesses durch die formale Einleitung eines Raumordnungs- verfahrens Fakten zu schaffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Auftakttref- fens wollen nun zunächst Arbeitsgruppen zu den voraussichtlichen Hauptkonflikt- punkten im Zusammenhang mit dem Speicherprojekt am Mittelrhein bilden.

„Die Deutsche Umwelthilfe ist der Bitte der Stadtwerke Mainz um Unterstützung bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit gern nachgekommen, weil nach unserem Eindruck wirklich ein ergebnisoffener Dialog gewollt ist, der bewusst auch die Exper- tise einbezieht, die es unter Verbandsvertretern, Bürgerinnen und Bürgern gibt“, sag- te DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Andererseits stehe Deutschland ins- besondere nach der auch von der DUH begrüßten Kehrtwende der Bundesregierung in der Atompolitik unter Zugzwang. Damit die Energiewende ein Erfolg wird, brauche es eine geeignete Infrastruktur, vor allem Stromnetze und -speicher. Baake: „Nicht jeder Standort für ein mögliches Pumpspeicherkraftwerk wird sich als geeignet er- weisen. Aber Stromspeicher werden ein zentraler und unverzichtbarer Baustein bei der Transformation unseres Energiesystems hin zu Erneuerbaren Energien sein.“
Pumpspeicherkraftwerke, die es schon seit rund hundert Jahren gibt, sind bis heute die einzige großtechnische und wirtschaftliche Möglichkeit, unstet erzeugten Strom aus Wind- und Sonnenenergie zu verstetigen und dem Strombedarf anzupassen.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Mainz Detlev Höhne er- hofft sich von der Einbeziehung der DUH als „glaubwürdige und dem Umwelt- und Naturschutz verpflichtete Instanz“ schon im Vorfeld des formalisierten Zulassungs- verfahrens mehr Offenheit für das Projekt auf Seiten der interessierten Öffentlichkeit. Es komme darauf an, dass Vorschläge von außen vor endgültigen Entscheidungen gehört werden und wo immer sinnvoll möglich auch in die Planungen eingehen. Höhne: „Wir haben aus den Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Mainzer Koh- lekraftwerk gelernt und wollen es diesmal besser machen.“ Wie jedes Pumpspei- cherkraftwerk würde auch die Realisierung des Kraftwerks Heimbach, einen Eingriff in Natur und Landschaft bedeuten. Der geplante Standort befindet sich in einem na- turschutzfachlich sensiblen und landschaftlich bedeutsamen Gebiet rund um den Franzosenkopf am Mittelrhein. Außerdem wird es bei der kommenden Diskussion um die Auswirkungen der Wasserentnahme und -zufuhr auf den Rhein als Lebensraum gehen.

Im Rahmen des geplanten Dialogprozesses will die DUH in den kommenden Mona- ten gemeinsam mit Vertretern von Verbänden und Bürgerinitiativen alle relevanten Themen und den energiepolitischen Hintergrund der Planungen thematisieren und soweit möglich für alle Seiten tragfähige Lösungen suchen.

 

Für Rückfragen:

Dr. Cornelia Nicklas
Projektleiterin Dialogprozess PSW Heimbach
Deutsche Umwelthilfe
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Tel.: 030240086718
Mobil: 01626344657
E-Mail: nicklas@remove-this.duh.de

Michael Theurer
Pressesprecher
Stadtwerke Mainz AG
Rheinallee 41
55118 Mainz
Tel.: 06131126060
Fax: 061311296060
E-Mail: michael.theurer@remove-this.stadtwerke-mainz.de

Dr. Gerd Rosenkranz
Leiter Politik & Presse
Deutsche Umwelthilfe
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Tel.: 0302400867-0
Mobil: 01715660577
E-Mail: rosenkranz@remove-this.duh.de

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