Pumpspeicher: Neues Besucherzentrum

Stadtwerke Mainz AG bietet ab November in Niederheimbach Informationen vor Ort

MAINZ. Im Bahnhof von Niederheimbach am Rhein können sich die Bürger ab November über die Idee der Stadtwerke Mainz AG zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks auf dem Franzosenkopf informieren. Am Freitagabend stellte Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne zusammen mit Ortsbürgermeister Heinz Wagner und Verbandsbürgermeister Franz-Josef Riediger die Ausstellungsräume im neu gestalteten Bahnhof vorab der Öffentlichkeit vor.

Was steckt hinter der Projektidee „PSW Heimbach“? Die Stadtwerke Mainz AG möchte in den nächsten zehn Jahren auf dem mehr als 600 Meter hohen Franzosenkopf ein Oberbecken errichten, in das zu Zeiten, in denen mehr Strom produziert als gebraucht wird, Wasser aus dem Rhein auf den Berg gepumpt werden könnte. Dieses Wasser kann oben gespeichert und abgelassen werden zu Zeiten, in denen mehr Strom benötigt wird, als Kraftwerke oder erneuerbare Energieträger wie Windräder und Solaranlagen liefern können. Wird das im Oberbecken gespeicherte Wasser durch Rohre abgelassen, kann es Turbinen antreiben und die zuvor gespeicherte Energie wird umgewandelt in Strom.

Für die Stadtwerke ist das neue Besucherzentrum ein Baustein in der frühzeitigen Information der Bürger und Verbände. Höhne: „Wir kennen die Akzeptanzprobleme von Großprojekten. Wir wissen, dass es auch hier für die Bürger vor Ort nicht selbstverständlich ist, dass wir auf dem Franzosenkopf mit dem FFH-Gebiet ein großes Oberbecken planen. Uns ist bewusst, dass wir uns hier am einmaligen und geschützten Rheintal befinden. Und wir wissen, dass auch die Wasserentnahme aus dem Rhein eine mutige Vision ist, die so noch nie umgesetzt wurde und bei der die Belange des Naturschutzes und der Schiffsverkehrs berücksichtigt werden müssen. Und weil wir um all diese Sorgen wissen, informieren wir mit viel Aufwand sehr früh über das geplante Pumpspeicherwerk.“

Dabei ist den Stadtwerken bewusst, dass es sich beim „PSW Heimbach“ um eine Idee und längst kein fertiges Projekt handelt und in den nächsten Monaten noch etliche offene Fragen detaillierter untersucht werden müssen.

Im neuen Infozentrum warten auf die Besucher jede Menge Informationen und Schautafeln zum Thema Energiespeicherung und Erneuerbare Energien. An einem Modell eines Pumpspeicherwerks kann man mit eigener Kraft Wasser in ein Oberbecken pumpen und beim Ablassen Energie gewinnen. Es gibt ein Info-Terminal mit Quiz-Station, einen Vortragsraum und eine große Magnetwand, an der alle Fragen und Anregungen der Bürger gesammelt werden. Denn es geht nicht nur um die einseitige Information der Bürger. Höhne: „Für uns ist in den nächsten Monaten die Reaktion der Menschen auf unsere Idee zum Bau eines Pumpspeicherwerks wichtig. Welche Sorgen gibt es? Sind wir willkommen mit dem Projekt oder stoßen wir auf Ablehnung? Diese Fragen möchten wir im direkten Kontakt vor Ort zunächst klären, bevor wir in die offiziellen Genehmigungsverfahren gehen.“

Das Besucherzentrum in der Rheinstraße 88 in Niederheimbach wird ab Anfang November zunächst zweimal die Woche geöffnet sein, mittwochs nachmittags und samstags sowie zusätzlich auf Nachfrage von Gruppen, Schulklassen oder Vereinen.

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